Nuvistor Preamp


Es fing eigentlich alles damit an , daß ich begonnen hatte Nuvistoren zu sammeln . Ich fand die kleinen Dinger ziemlich witzig und für den TFK EBU 3137 braucht man sie auch als Ersatz in der Eingangsstufe . Einen weiteren Verwendungszweck dafür hatte ich eigentlich noch nicht gefunden bis der Artikel von Eric Barbour in Glass Audio 4/93 erschien . Er beschreibt darin einen RIAA - Vorverstärker mit eben diesen Röhren , obwohl einem der Name "Röhre" angesichts dieser kleinen Metallkapseln schwer fällt . Der Aufbau mit der vorgeschlagenen Platine war auch nicht besonders schwierig , die Klopfempfindlichkeit ( Mikrophonie ) war ein größeres Problem , was ich schließlich mit einer Federaufhängung löste ( Eric Barbour schrieb von einer ähnlichen Lösung ) . Die 2. Aufgabe war , die rauschärmsten Nuvistoren rauszusuchen , speziell für die 1. Stufe , glücklicherweise hatte ich ja genug , um diverse Kombinationen auszuprobieren . Wer also über einen Nachbau nachdenkt , sollte sich darüber im Klaren sein , daß er da etwas probieren muß . Fassungen dürften auch nicht an jeder Straßenecke zu finden sein , in alten Tektronix Einschüben , z. B. 3A74 ist einiges drin , was man noch gebrauchen kann . Ich finde es auch keine Schande , diese Einschübe zu schlachten , da sie heutigen Ansprüchen an Empfindlichkeit und Bandbreite sowieso nicht mehr entsprechen , für Sammler OK , aber ich betreibe eben kein Museum ( sagte ich bereits an anderer Stelle ) , obwohl ich den extrem sauberen Aufbau dieser Teile mit ihren Keramik - Lötleisten und Silberlot grenzenlos bewundere .

 

Das sind meine gesammelten Nuvistoren , oben links Fassungen für Platinenmontage , unten links die Chassiversion . Oben , in der Mitte sind noch Tetroden zu sehen , darunter russische Nuvistoren mit langen Drähten zum Einlöten . Für mein Neuberger 375 habe ich mir einen Meßadapter gebastelt , sodaß ich alle Röhren auch ausmessen kann . Die Transistor - Kühlsterne benutze ich zur besseren Wärmeableitung , ich weiß nicht genau , ob das unbedingt nötig ist , schaden kann es aber sicher auch nicht .

 

Das ist nun die Ansicht von vorne , das Gehäuse ist vom Flohmarkt für 5 DM , ich liebe diese flachen , 1 HE - Kisten . Ich sehe es nämlich nicht ein , daß Röhrengeräte immer groß sein müssen , offene Aufbauten mag ich auch nicht , kann man nicht stapeln . Selbst hier ist noch genug Platz für eventuelle Erweiterungen drin , z. B. Tape - Buffer , Übertrager und weiteres .

 

Details der Platine aus Glass Audio , alle Bauteile sind wie in dem Bauvorschlag auf der Lötseite angeordnet , man sieht die bereits erwähnten Kühlsterne und die Federaufhängung .

 

Line - Stufe nach Siemens Applikation , einige Verbindungen sind noch provisorisch mit Krokodilklemmen .

 

Rechts die eigentliche RIAA - Stufe , links daneben die Siebung , ganz links der erwähnte Line - Verstärker

 

Netzteil , oben der Ringkerntrafo , ein 230 / 230 Volt Typ , die Heizwicklungen habe ich extra draufgewickelt , darunter die Elkos für die Anodenspannung , der Kühlkörper ist für den Heizregler , mit dem Elma werden die Eingänge umgeschaltet .