RIAA mit D3a

D3a , eine Röhre , die mich schon immer fasziniert hat , steil , ordentlich Strom , rauscharm , problemlos als Triode zu schalten und 10000 Stunden Lebensdauer , eben ein Profi - Teil . Bisher hatte ich diese Röhre immer nur als Treiber für Endtrioden benutzt , daher wurde es nun Zeit , sie auch als RIAA - Verstärker zu verarbeiten .  Mein Freund Rudolf nagelte auch gleich einen Versuchsaufbau zusammen und rief mich an , daß das eine tolle Sache sei . Problem wäre nur die relativ hohe Empfindlichkeit gegen Mikrofonie . Das ganze Projekt schmorte dann eine Weile in einer Warteposition bei mir , bis ich eines Tages meinen ersten Aufbau machte . Da ich Meßfetischist bin , wurde der Entzerrer mit einem Rechtecksignal und einem Invers - Netzwerk gemessen und das Ergebnis hat mich selber erstaunt . Abweichung von der RIAA - Kurve über den ganzen Bereich + - 0,1 - 0,15 dB , Kanalungleichheit 0,1 dB . Für die 4 Röhren in dem Verstärker habe ich allerdings aus 10 neuen Röhren die besten aussuchen müssen . Es nützt also nichts , mal eben mit ein paar gebrauchten D3a ein solches Projekt zu beginnen . Der erste Hörtest war auch sehr gut , ich erspare mir hier blumige Ausdrücke aus einschlägigen Magazinen . Es lohnt sich also immer wieder , mal etwas mit derartigen Röhren zu bauen , es muß nicht immer ECC 83 und Co . sein . Mikrofonie und Rauschen sind übrigens mit neuen , ausgesuchten Röhren kein Thema mehr .

 

Der D3a Vorverstärker , die Line Stufe ist noch nicht bestückt , ich überlege noch , welche Röhre ich da verwende . Das Gehäuse ist , wie so oft bei mir , eine 1 HE 19 Zoll Kiste vom Flohmarkt , der Deckel hat Kühlschlitze über den Röhren , daher diese Anordnung .

 

Draufsicht , der Aufbau wurde nicht nach Schönheit , sondern nach kurzen Wegen gemacht , was mir bei den steilen Biestern ratsam schien und sich auch bewährt hat . Das Netzteil ist ausgelagert und über ein spannungsfestes Multikabel mit dem Verstärker verbunden . Links der Elma ist für die Eingangswahl , billige Schalter einlöten lohnt die Arbeit nicht . Für die Voodooisten einige Anmerkungen, die Koppelkos sind von West - Cap und Aerovox , Elkos von Röderstein , Widerstände mit 0,5 % Toleranz in der Entzerrung , Röhrenfassungen vergoldet und der Rest ist aus der Grabbelkiste , die Aluschienen für die Röhrenfassungen sind vom Baumarkt . Man beachte auch die highendigen Cinch - Buchsen ;-) .

 

Hier nun die Oszillogramme beider Kanäle ( oben , wo sonst ? ) nach dem Invers - Netzwerk , unten das Generatoreingangssignal . Gemessen wurde kurz vor Übersteuerung , die Schwingerei lag an dem wüsten Versuchsaufbau , nach endgültiger Verkabelung war das weg .

 

So sieht nun das Blockschaltbild des gesamten Vorverstärkers aus , das ich einfach mit einem goldenen Lackstift auf den Deckel gezeichnet habe . Um den Phonoteil auch einzeln benutzen zu können , ist er mit einem Kippschalter komplett abtrennbar und man kann über die zweite Schalterstellung für Vergleichszwecke einen externen RIAA - Verstärker einschleifen . Die E 288 CC habe ich als Line - Stufe genommen , da ich 1. genug davon habe und sie 2. bei Klirrfaktormessungen sehr gute Ergebnisse brachte .

 

Draufsicht auf den fertigen Vorverstärker , das Netzteil ist ausgelagert und verfügt über eine geregelte Anodenspannung nach Vorschlägen von Gerhard Haas , die Heizung siebt ein LM 338 in Standardbeschaltung .

 

Detail des Eingangswahlschalters von ELMA , dahinter die E 288 CC des linken Kanals , rechts auf der Frontplatte ist der Kippschalter für die Abtrennung des Phonoteils .

 

Bauteile der Line - Stufe aus der Nähe , die goldenen Dale - Widerstände sind die Arbeitswiderstände der parallelgeschalteten E 288 CC , die dicken gelben Kondensatoren sind die Ausgangskondensatoren der Line -Stufe .

 

Rechte Seite mit dem Alps - Poti , der rechten Line - Röhre und dem Monitor - Schalter zur Hinterbandkontrolle bei Bandaufnahmen . Als Kippschalter verwende ich fast ausschließlich Produkte der Firma C + K .

 

Die Schaltung

 

Hier eine weitere Aufbauvariante auf einem Stück Leiterplatte mit keramischen Lötleisten