V 73 Maihak

 

Ich beginne mit Absicht mit dem V 73 , da er von allen meinen gesammelten Studiogeräten von mir am häufigsten benutzt wird , z . B . als Verstärker an der Soundkarte meines Computers . Keinerlei Brumm durch die Übertragerankopplung und genug Lautstärke um an den Telefunken O 85 Musik zu hören , die V 69 werden wg . der teuren Endröhren F2a11 etwas geschont . Die V 72 a dienen der Vorverstärkung , ich finde mit ihnen klingt es einfach besser . Der V 73 leistet gigantische 4 Watt , die aber richtig gut , wenn er restauriert und mit neuen Röhren versehen ist . In diversen Vergleichstests , die ich mit Freunden durchgeführt habe , schlug er sich wacker gegen Leak TL 20 , 300 B Endstufen und div . andere Röhrenverstärker . Er hat nichts von dem "Vintage - Sound" einiger englischer und amerikanischer Geräte , Fans dieser Verstärker mag er zu kühl klingen , ich finde ihn besser und habe mich von den meisten , oben erwähnten Geräten getrennt . Das Design ist technisch nüchtern , im Studiobetrieb wird er in Einschubträgern verwendet , die über eine entsprechende Steckverbindung verfügen ( Tuchel - Messerleiste ) . Er kann sogar im laufenden Betrieb im Fehlerfall gewechselt werden , da er aber , wie alle Studiogeräte , für Dauerbetrieb ausgelegt ist , kommt das eher selten vor , sogar mit schlappen Endröhren ( EL 42 ) kommt noch Musik raus .

 

Rechte Seite geöffnet , ganz links ist der AÜ mit Lautstärkesteller , in der Mitte sind die zwei EF 804 s , die beiden EL 42 und ein Teil des Selengleichrichters , ganz rechts der Mu - Metall gekapselte Netztrafo und die Siebkondensatoren .

 

Linke Seite geöffnet , links oben der ebenfalls Mu- Metall gekapselte EÜ der auch gleich die Phasenumkehr erledigt , in der Mitte die eigentliche Verstärkerschaltung , rechts Drossel und Netzsicherung .

 

V 73 restauriert , neue Drähte , neue Elkos und neue Widerstände für die Gegenkopplung ( 100 kOhm , 2 Watt MOX ) . Da ich die Verstärker benutze und kein Museum betreibe , habe ich natürlich nicht auf die Originaltreue gewisser Bauteile geachtet , nur die alten Koppelko´s lasse ich immer drin , ich habe noch nie einen defekten gehabt und sie klingen am Besten ( falls Kondensatoren überhaupt verschieden klingen , aber das gehört nicht hierher ) . Die anderen Widerstände werden nachgemessen und bleiben drin , falls die Werte stimmen , was bisher immer der Fall war .

 

Hier nochmal als Nahaufnahme , das Löten in der engen Kiste ist eine elende Pfriemelei , lohnt sich aber immer , denn Ersatz für defekte Übertrager und Netztrafo dürfte kaum zu bekommen sein .

 

Für Designfreaks die wunderschöne Frontansicht , man beachte den verchromten Arretierungshebel und die aufwendige , steingraue Lackierung .

Hier noch für Selberrestaurierer die von mir und meinem Freund Joachim am meisten , festgestellten Defekte in ihrer Reihenfolge : defekte Eingangsübertrager , defekte Drossel , Netztrafo , Gegenkopplungswiderstände , Kontrollampe , Selenstabgleichrichter , Elkos , Röhren . Die Elkos sollte man aus Prinzip tauschen ( sind nur 2 drin ) , die EF 804s sind meist in Ordnung , einige zeigen einen zu kleinen Widerstand zw . Heizfaden und Kathode , aber das können die meisten "Röhrenprüfgeräte" sowieso nicht messen . Die Endröhren sind meist müde , ich verwende nur EL 42 von Valvo , wer sie nicht besorgen kann , hat die Option auf EL 95 umzubauen . Die EF 804s ist wegen ihres geringeren Heizstroms der EF 804 ( ohne "s" ) vorzuziehen , der Netztrafo kocht bei jetzt 230 Volt ohnehin schon vor sich hin , also auch da eventuell anpassen .