LCR - Netzwerk für RIAA

Im Internet sind immer wieder Schaltungsvorschläge von Phonoentzerrern mit LCR Netzwerken zu finden . Leider ist das Modul aus Japan von Tango wohl nicht mehr lieferbar , ein anderes von einem britischen Anbieter ist mir einfach zu teuer . Was bleibt also ? Selbstbau ! Die Schaltung ist allgemein bekannt und im Internet verfügbar . Nun muß man sich nur noch die Spulen wickeln oder wickeln lassen und mit einer Handvoll ausgemessener Kondensatoren und Widerständen kann der Spaß beginnen . Ich habe es mit einer Platine gemacht , die in ein Relaisgehäuse paßt ( in meinem Fall war da mal ein Verzögerungsschalter drin ) . Vorteil dieser Bauweise ist , daß man das Modul für mehrere Geräte verwenden kann , vorausgesetzt man hat genug passende Einbaufassungen für den jeweils verwendeten Stecker . Für mich war die Grundidee , die ganze Geschichte mit Studioeinschüben zu verwirklichen , da ich genug davon besitze und nicht erst groß rumbasteln muß . Na gut , restauriert sollten die alten Verstärker schon sein und die Röhren sollten auch auf Rauschen selektiert werden .

 

Das sind nun die beiden Platinen , eingebaut in die erwähnten Relaisgehäuse .

 

Rechts die Rückseite mit dem handgemalten Platinenlayout .

 

Ein erster Meßaufbau , in der runden Dose links ist das Invers - Netzwerk untergebracht .

 

1 kHz Rechteck ohne zusätzliches RC - Glied....

 

....dto , mit zugeschaltetem RC - Glied ...

 

 ...und hier , mit Erdung der Drosselklammern

Da das Netzwerk ziemlich stark dämpft , brauchte ich eine hohe Generatoreingangsspannung und am Scope eine entsprechende Empfindlichkeit , um überhaupt eine Kurvenform darstellen zu können . Daher resultiert auch das verrauschte "Dach" des Rechtecksignals , der Oszi ist ein Tektronix mit 16 cm Diagonale , Eingangsempfindlichkeit des Scopes war auf 1mV eingestellt , das Rechtecksignal hatte 1 kHz .

 

Hier das Signal nochmal , mit einem kräftigeren Generator und 5 mV Eingangsempfindlichkeit .

 

Hier noch mal mit größerer Empfindlichkeit , man sieht hier sehr gut , wie die Beurteilung einer Messung von der Auflösung des Equipments abhängig ist . Bei der 5 mV Einstellung ist das Signal als nahezu perfekt zu bezeichnen , in der höheren Auflösung sind noch leichte Welligkeiten im Dach des Rechtecks zu erkennen . Die Abweichung im Frequenzgang ist nach Invers - Netzwerk und nach LCR - Glied gemessen 0,2 dB im Bereich von 30 Hz bis 20 kHz .

 

Spaßeshalber habe ich noch den Klirrfaktor des LCR - Netzwerks gemessen ( ohne Invers - Netzwerk ) , einfach nur um zu wissen , ob da irgend etwas passiert . Wie man hier sieht , bei 0,1 % Vollausschlag , ist der Klirr 0,022 % , was dem Eigenklirr des Generators ( Gould J3B ) entspricht .

 

Hier das Sinussignal zur vorherigen Messung .

 

Von links nach rechts , Eigenbau , Reinhöfer LCR und Tango EQ600

 

Mein erster Versuchsaufbau zum Testen der Grundfunktion und Signalpegel

 

Tango EQ600 nach Invers RIAA bei 1 kHz , Abschluß 600 Ohm

 

Reinhöfer LCR bei 1KHz , Abschluß 600 Ohm

Beide Netzwerke wurden natürlich unter absolut identischen Einstellungen von Generator und Scope gemessen .

 

Hier sieht man die beiden Netzwerke auf Ralfs Umschaltbox mit der ein fast knackfreies Umschalten möglich war , also ein echter A/B Vergleich ohne langwieriges Stöpseln .

 

Hier noch mal aus einem anderen Blickwinkel.....links im Bild sieht man das RC - Netzwerk , mit dem auch gehört wurde .

 

Und weil es so schön war , noch ein Bild .

 

Gesamtansicht der Versuchsanordnung , ganz rechts die beiden V78 , links daneben die V72a , die anderen Einschubschächte sind noch frei für Line - Stufen und/oder diverse andere Einschübe .

 

..............näher

 

Fortsetzung folgt ( ganz sicher ;-))............

und hier ist die Fortsetzung :

Verstärkerblöcke mit je 2 Pentoden , mal in Triode und mal in Pentode geschaltet .